Auf dem Weg zum Gletscher  Schlatenkees

Auf dem Weg zum Glet­scher Schla­ten­kees

Eine unse­rer schöns­ten Wan­de­run­gen im Juli 2013 war der Glet­scher­lehr­pfad vom Vene­di­ger­haus Innergschlöß zum Glet­scher Schla­ten­kees. Die Geh­zeit ist ca. 4 Stun­den mit einem Höhen­un­ter­schied von  ca. 450 m. Der Weg ist teil­wei­se sehr steil, aber gut ange­legt und gesi­chert – auch fami­li­en­ge­eig­net. Außer­dem wei­sen die 24 Info-Tafeln auf dem Weg auf schö­ne Aus­sich­ten, Pflan­zen etc. hin. Das sind gute Gele­gen­hei­ten zum Ver­schnau­fen und Bewun­dern. Und der Anblick des Glet­schers lässt uns sowie­so jede Anstren­gung ver­ges­sen.

Ausgangspunkt: Venedigerhaus Innergschlöß (1.700 m) im Nationalpark Hohe Tauern

Das Vene­di­ger­haus liegt im Natio­nal­park Hohe Tau­ern im Alm­dorf Innergschlöß. Man erreicht es vom Matrei­er Tau­ern­haus (1.512 m) ent­we­der zu Fuß, per Pfer­de­kut­sche oder Bim­mel­bahn. Wir sind mit der Bim­mel­bahn gefah­ren, um frisch und fit den Glet­scher­weg zu begin­nen.

Vom Venedigerhaus zum Anfang des Gletscherweg (1.730 m)

Gletscher schlatenkees

Ein Fel­sen mar­kiert den Ein­stieg in den Glet­scher­lehr­weg Inner­ge­schlöss

Zunächst führt der Weg vom Vene­di­ger­haus ent­lang dem Gschlöß­bach. Eine Bank mit einem gro­ßen Fel­sen weist uns nach links auf den Glet­scher­weg. Wir fol­gen dem Schla­ten­bach auf einem wal­di­gen Weg zwi­schen Grü­ner­len, Eber­eschen, Lär­chen und Zir­ben. Ca. 1 Stun­de stei­gen wir steil berg­auf, immer nahe am Bach ent­lang. Hier erwan­dern wir die meis­ten Höhen­me­ter des Tages.

 

Schlatenkees

Auf­stieg im Glet­scher­lehr­weg Innergschlöss

Das ist anstren­gend, aber der Weg ist sehr gut ange­legt, oft in Stu­fen mit Holz­trit­ten und an eini­gen Stel­len mit Draht­seil gesi­chert. Wir haben abwech­selnd Aus­sicht auf das schö­ne Gschlöß­tal und auf den wild­rau­schen­den Was­ser­fall des Schla­ten­bach. Bald sind wir ober­halb der Baum­gren­ze, sehen Alpen­ro­sen und Zwerg­sträu­cher.

 

 

Endlich oben – auf der ehemaligen Gletscherzunge

Weg zum Schlatenkees

Ober­halb der Steil­stu­fe geht es sich ganz gemüt­lich.

Der Auf­stieg ist geschafft, wir haben die Steil­stu­fe über­wun­den und befin­den uns auf dem Gebiet der ehe­ma­li­gen Glet­scher­zun­ge. Nun kön­nen wir ganz ent­spannt gehen, denn es ist fast eben hier oben. Der Glet­scher kommt nun immer wie­der in Sicht, sieht näher und grö­ßer aus. Die­se Land­schaft ist wie eine ande­re Welt, vom Glet­scher ein­ge­eb­net und abge­schlif­fen. Wir sehen Gras­flä­chen mit Bächen und klei­nen Was­ser­flä­chen. Grö­ße­re sind der Salz­bo­den­see und das Auge Got­tes, ein drei­ecki­ger See mit einer Woll­gras­in­sel, der sei­nen Namen von den Hir­ten der Gegend erhielt.

Wie­der ändert sich die Land­schaft, wir ver­las­sen die hoch­ge­le­ge­nen, gra­si­gen Morä­nen und über­que­ren den Glet­scher­bach über eine Holz­brü­cke. Der Weg führt uns nun über den Glet­scher­schliff, ein Meer von rund- und glatt­ge­schlif­fe­nen Fel­sen – wie rie­si­ge Wal­rü­cken, nur nicht so glatt – zum Glück!

Der Gletscher – Schlatenkees

Der Gletscher Schlatenkees, Nationalpark Hohe Tauern

Der Glet­scher Schla­ten­kees, Natio­nal­park Hohe Tau­ern

Und dann ste­hen wir auf dem letz­ten hohen Fel­sen­rü­cken, bli­cken auf den Glet­scher und sehen auch das Glet­scher­tor. Unten aus dem Glet­scher­tor fließt der Schla­ten­bach. Es ist ein beson­de­rer Moment, dem Glet­scher so nah zu sein. Wir suchen uns einen wind­ge­schütz­ten Platz und beob­ach­ten eine Wei­le den Glet­scher. Als wir den Rück­weg begin­nen, hören wir eine lau­tes Grol­len – kein Don­ner, son­dern von einem Eis­ab­bruch am Glet­scher­rand (Glet­scher kal­ben).

Das Gletschertor mit Schlatenbach

Das Glet­scher­tor mit Schla­ten­bach

Ca. 1850 war das gesam­te Gebiet des Weges noch vom Glet­scher bedeckt. Der Schla­ten­kees floß damals über die Steil­stu­fe, die wir bestie­gen haben, und noch hin­ab ins Tal des heu­ti­gen Glet­scher­ba­ches bis auf 1720 m.

 

 

Abstieg und Rückweg

Der Abstieg führt in Ser­pen­ti­nen wie­der hin­ab und dann am Glet­scher­bach ent­lang über die Tal­wie­se zurück zum Vene­di­ger­haus.

Talabschluß Innergschlöss, Hohe Tauern

Tal­ab­schluß Innergschlöss, Hohe Tau­ern

Den Rück­weg zum Matrei­er Tau­ern­haus gehen wir dies­mal zu Fuß, zunächst bis zum Alm­dorf Außerg­schlöss auf dem Fuß­weg, dann auf der Forst­stra­ße. Der Fuß­weg führt durch einen roman­ti­schen Wald und vor­bei am Innergschlöss. Das Innergschlöss ist eine der Attrak­tio­nen des Natio­nal­parks Hohe Tau­ern und gilt als der schöns­te Tal­ab­schluß der Ost­al­pen. Für die­se Stre­cke brau­chen wir ca. 1 Stun­de.

Natur beobachten auf dem Gletscherlehrweg Innergschlöss

Beim Wan­dern im Natio­nal­part Hohe Tau­ern haben wir die wun­der­ba­re alpi­ne Land­schaft genos­sen.

Ein­zig­ar­ti­ge Natur­schön­hei­ten fin­det man am Glet­scher­lehr­weg und dem Weg zwi­schen Vene­di­ger­haus und Matrei­er Tau­ern­haus.

Auf der Steil­stu­fe wach­sen sel­te­ne hoch­al­pi­ne Pflan­zen, wie das Eis­glöck­chen (s. Foto unten). Und auf dem Abstieg zog ein Stein­ad­ler sei­ne Krei­se um den Berg­hang. Beim Abstieg hört man das Pfei­fen der Mur­mel­tie­re.

Das war für uns eine „5‑Sterne Wan­de­rung“

  • Der gut begeh­ba­re, siche­re und gut aus­ge­zeich­ne­te Weg
  • Die abwechs­lungs­rei­che Land­schaft
  • Immer neue Aus­sich­ten auf die Ber­ge und ins Tal
  • Das Erleb­nis, den Glet­scher so nah zu sehen
  • Natur­be­ob­ach­tung sel­te­ner Pflan­zen und Tie­re

Die Wan­de­rung war so außer­ge­wöhn­lich schön und beein­dru­ckend, dass ich leicht noch wei­te­re Grün­de für die Ster­ne auf­zäh­len könn­te. Aber die kön­nen Sie ja selbst erle­ben, wenn Sie ein­mal im Natio­nal­park Hohe Tau­ern den Glet­scher­lehr­weg Innergschlöss wan­dern.

Hier noch ein Tipp: Eine tol­le Foto­se­rie von der Wan­de­rung zum Schla­ten­kees.

Bevor Sie sich auf den Weg machen, lesen Sie bit­te unse­re „Hin­wei­se zu den beschrie­be­nen Wan­de­run­gen“.

Eisglöckchen  (Soldanella pusilla), auch Kleines Alpenglöckchen und Zwerg-Troddelblume.

Eis­glöck­chen (Sol­d­anel­la pus­il­la), auch Klei­nes Alpen­glöck­chen und Zwerg-Trod­del­blu­me.