Flie­gen­pil­ze

Vor eini­gen Tagen habe ich im Wald die­se schö­nen Flie­gen­pil­ze gefun­den.

Sie fin­den sich meist unter Bir­ken und Fich­ten. Flie­gen­pil­ze haben ein so typi­sches Aus­se­hen, dass sie kaum mit ande­ren Pil­zen ver­wech­selt wer­den kön­nen. Aller­dings habe ich gele­sen, dass es auch Flie­gen­pil­ze mit ande­rer als der bekann­ten roten Fär­bung geben soll.

Flie­gen­pilz

Immer wie­der wur­de über­lie­fert, dass der Name „Flie­gen­pilz“ daher kommt, dass der Pilz als Fal­le für Flie­gen benutzt wur­de. Ver­su­che haben gezeigt, dass Flie­gen­pilz für Flie­gen nicht töd­lich, son­dern nur betäu­bend wirkt. Wahr­schein­li­cher ist, dass der Name auf die Hal­lu­zi­na­tio­nen hin­weist, die der Genuss von Flie­gen­pilz her­vor­ruft. Flie­gen­pilz wur­de auch in Ver­bin­dung mit Hexen gebracht und so steht sein Name eher mit dem „Hexen­flug“ in Ver­bin­dung. Mehr zu Mär­chen, Geschich­te und Bräu­chen des Flie­gen­pil­zes bie­tet ein Bericht in Pla­net Wis­sen. Ich rate von Selbst­ver­su­chen und Essen von Flie­gen­pil­zen wegen der Ver­gif­tungs­ge­fahr (u.a. leber­schä­di­gend) ab. Und ein Pilz ist nicht wie der ande­re; den Anteil von Gif­ten kann man dem Pilz nicht von außen anse­hen. Lesen Sie hier auch unse­re Hin­wei­se zu: “Was tun bei einer Pilz­ver­gif­tung.”

Flie­gen­pilz­hut

Scha­de fin­de ich, dass Flie­gen­pil­ze sehr oft von Spa­zier­gän­gern zer­stört wer­den. Auch wenn der Flie­gen­pilz sich nicht für unse­ren Tel­ler eig­net, ist er mit sei­ner leuch­tend roten Far­be und den wei­ßen Fle­cken ein schö­ner Anblick. Er erin­nert uns an Lie­der und Mär­chen. Da der Flie­gen­pilz auch ein Glück­sym­bol ist, könn­ten wir uns jedes Mal freu­en, wenn wir ihn sehen. Pil­ze suchen und Pil­ze sammln macht spaß; aber bit­te nur die rich­ti­gen Pil­ze mit­neh­men und essen. Der Flie­gen­pilz ist kein Spei­se­pilz!

Noch etwas zu Pil­zen und Hexen: Schon mal was vom „Hexen­ring“ gehört? – Das sind Pilz­grup­pen, die einen Kreis bil­den. Ein Hexen­ring ent­steht, weil sich das Pilz­ge­flecht in alle Rich­tun­gen aus­brei­tet. In der Mit­te hat das Pilz­ge­flecht (Mykorr­hi­za) nach eini­ger Zeit zu wenig Nähr­stof­fe, um noch Pil­ze zu bil­den. Dar­um wach­sen neue Pil­ze nur noch an den Rän­dern des Pilz­ge­flechts und es kommt zu einer Ring­bil­dung. Da Pilz­ge­flech­te sehr alt wer­den kön­nen (es wird von Jahr­hun­der­ten alten Geflech­ten berich­tet), gibt es Hexen­rin­ge von meh­re­ren hun­dert Metern.

Also Augen auf bei den Pil­zen, viel­leicht ent­de­cken Sie bald einen Hexen­ring. Wenn ich einen fin­de, gibt es ein Foto hier bei Raem­pel.