Bis­her führ­te unser Pil­ger­weg uns auf Etap­pe 1 des Eli­sa­beth­pfad von der Drei­or­dens­kir­che in Frank­furt nach Ober­ur­sel, Hohe Mark, Etap­pe 2 von Ober­ur­sel nach Brand­obern­dorf und Etap­pe 3 von Brand­obern­dorf nach Wetz­lar.

Eli­sa­beth­pfad 4 von Wetz­lar war eigent­lich bis Bie­ber als ca. 18 km Wan­de­rung geplant. Aber es kam anders (wie das beim Pil­ger manch­mal so ist). Die Tem­pe­ra­tu­ren stie­gen an die­sem Tag wie sonst nur im Hoch­som­mer und so bra­chen wir die Tour mit­tags in Her­mann­stein nach knapp 11 km ab, um einem Hit­ze­schlag zu ent­ge­hen. Den­noch war es ein herr­li­cher Pil­ger­tag, der uns viel­leicht gera­de wegen der Schwie­rig­kei­ten inten­siv in Erin­ne­rung blei­ben wird.

Eli­sa­beth­pfad 4 – Wetz­lar bis Klos­ter Altenberg

ellisabeth 4 Gut aus­ge­schla­fen, gestärkt und sehr zuver­sicht­lich machen wir uns mor­gens in Wetz­lar auf den Weg unse­rer Tages­etap­pe Eli­sa­beth­pfad 4. Wir star­ten vom Dom aus und gehen zunächst durch die Gäss­chen der Wetz­la­rer Alt­stadt, alles schön restau­riert und vie­le mit Blu­men­käs­ten oder Klet­ter­pflan­zen geschmückt.

 

elisabethpfad 4 alte lahnbrücke

 

 

 

Wir über­que­ren die Lahn und wer­fen einen Blick auf die Lahn­in­sel und alte Lahn­brü­cke. Wer möch­te, kann hier das offe­ne Laby­rinth besu­chen. Zunächst geht es nun an Stra­ßen ent­lang und kreu­zen die Dill, wovon wir zuge­ge­be­ner­ma­ßen fast nichts bemer­ken. Dann geht es ein Weg­stück die Bahn­li­nie ent­lang. An einen Pfingst­sonn­tag ist hier zum Glück nicht so viel los wie an Wochen­ta­gen. Schließ­lich kreu­zen wir die Bahn­li­nie und ab jetzt führt der Weg direkt an der Lahn wei­ter. Zur einen Sei­te haben wir den Fluß und zur ande­ren Wie­sen mit Grä­sern, Korn­blu­men, Mohn­blu­men und ande­ren Wie­sen­blu­men. Ab und zu kom­men uns Rad­fah­rer ent­ge­gen oder über­ho­len uns. Wir bie­gen dann rechts ab und ent­fer­nen uns vom Fluß hin­auf zum Klos­ter Alten­berg. Inzwi­schen ist es schon sehr warm gewor­den. Das bekom­men wir nun, da wir den Fluß ver­las­sen haben so rich­tig zu spü­ren. Ent­spre­chend froh sind wir das Klos­ter Alten­berg zu errei­chen. Nach einem küh­len­den Getränk im Innen­hof vor der Klos­ter­schän­ke erkun­den wir das Kloster.

elisabethpfad 4 kloster altenbergVon der Klos­ter­mau­er hat man einen wei­ten Blick über das Lahn­tal bis zur Burg Braun­fels. Die Klos­ter­kir­che aus dem 13. Jahr­hun­dert besich­ti­gen wir und erfreu­en uns an der Ruhe, schlich­ten Schön­heit und eini­gen kunst­his­to­ri­schen Werken.

 

 

 

Getrud – Äbtis­sin auf Klos­ter Altenberg

elisabethpfad 4 altenbergKlos­ter Alten­berg ist auch eng ver­bun­den mit der Hei­li­gen Eli­sa­beth. Hier­her brach­te Eli­sa­beth ihr 3. Kind, Ger­trud. Ger­trud wur­de gebo­ren, nach­dem Eli­sa­beths Ehe­mann, der Land­graf, auf einen Kreuz­zug gezo­gen war, wo er spä­ter starb. Sie hat­te nach sei­nem Tod schwe­re Kon­flik­te mit der Fami­lie aus­zu­ste­hen, die sie unter ihrer Kon­trol­le hal­ten woll­te und ihr auch ihr soge­nann­tes Wit­wen­gut ver­wei­ger­te. Eli­sa­beth ver­ließ schließ­lich Eisen­ach und muss­te ihre bei­den älte­ren Kin­der dort zurück­las­sen. Ihr jüngs­te Toch­ter Ger­trud – damals 1 ½ Jah­re alt, brach­te Eli­sa­beth selbst von Mar­burg aus ins Klos­ter Alten­berg. Ger­trud wuchs im Klos­ter auf und wur­de mit 20 Jah­ren selbst Magis­tra – Lei­te­rin des Klos­ters. Auch sie sorg­te sich vor allem um die Armen und Kranken.

Nach dem 2. Welt­krieg fan­den die Königs­ber­ger Dia­ko­nis­sin­nen in Klos­ter Alten­berg eine neue Hei­mat. Auch sie wid­me­ten sich der Kran­ken­pfle­ge und in neue­rer Zeit auch der Alten­pfle­ge in Wetz­lar und Umgebung.

Eli­sa­beth­pfad 4 – Pil­gern wie im Hochsommer

elisabethpfad 4 wegzeichenBeim Klos­ter Alten­berg wech­selt das Eli­sa­beth­pfad Weg­zei­chen und aus dem roten Schild mit dem Bild der Eli­sa­beth wird ein wei­ßes E auf schwar­zem Grund.

Doch wir müs­sen uns wie­der auf den Weg machen, denn das Ziel von Eli­sa­beth­pfad 4 erwar­tet uns. Lei­der bie­gen wir ein­mal falsch ab, was uns einen zusätz­li­chen Kilo­me­ter in der hei­ßen Son­ne ein­bringt. Wie­der auf dem Eli­sa­beth­pfad geht es zunächst durch Wie­sen und dann an einem Tage­bau vor­bei auf Her­mann­stein zu. Die­ses Weg­stück ist eher anstren­gend als schön, aber auch das gehört zum Pil­gern dazu und geht ja auch wie­der vor­bei. End­lich errei­chen wir am frü­hen Nach­mit­tag Her­mann­stein und ras­ten an der Kir­che. Es ist alles geschlos­sen, was uns noch öfter gesche­hen wird, und unse­re Was­ser­vor­rä­te sind verbraucht.