adventsmeditaton

 

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit.

Sicher kennst Du den Anfang die­ses Advents­lie­des

Spä­ter – 4. Stro­phe – kommt dann die­se Zei­le:

Eurer Herz zum Tem­pel zube­reit.

Die­ser Lied­text hat mich vor eini­ger Zeit zu einer Advents­me­di­ta­ti­on inspi­riert.

Der Advent ist eine Zeit der Vor­be­rei­tung. Über­all wird weih­nacht­lich deko­riert, vie­le Fei­ern fin­den statt. Geschen­ke wer­den aus­ge­sucht und ver­packt, Weih­nachts­kar­ten geschrie­ben. Viel­leicht  backst Du Weih­nachts­plätz­chen. Natür­lich muss auch das Fest vor­be­rei­tet wer­den: Wo fei­ern wir? Mit wem? Was gibt’s zu essen? Und Vie­les mehr. Alles wird vor­be­rei­tet.

Alles?

Bei den Sufis ist das Herz der Sitz der See­le. Da ist es doch wür­dig und wich­tig, auch das Herz vor­zu­be­rei­ten: Zum Tem­pel unse­rer See­le und zum Tem­pel in den Jesus ein­zie­hen kann.

Doch wie berei­ten wir unser Herz vor?

Zunächst soll­ten wir nach­se­hen, wie es um das Herz bestellt ist und wel­che Gefüh­le dar­in woh­nen. Da fin­den wir nicht immer die schö­nen, ange­neh­men, erwünsch­ten Gefüh­le. Manch­mal gibt es Ärger, Wut und Schmerz über Ver­let­zun­gen und Ent­täu­schung; Ver­lus­te las­sen uns Trau­er füh­len; Angst ange­sichts rea­ler oder vor­ge­stell­ter Bedro­hun­gen kann unser Herz umklam­mern.

Natür­lich haben alle Gefüh­le ihre Exis­tenz­be­rech­ti­gung. Die schö­nen, so wie die unan­ge­neh­men Gefüh­le, sind für das Indi­vi­du­um rea­le Erfah­run­gen. Aber du hast die Wahl, wel­che Gefüh­le du in dei­nem Her­zen nährst und wel­che dich bei dei­nen Ent­schei­dun­gen und Hand­lun­gen lei­ten sol­len.

Mein Vorschlag für eine Adventsmeditation:

Nimm’ dir jeden Tag ein paar Minu­ten Zeit und spü­re in dein Herz. Was fühlst du da drin­nen? Wel­che Gefüh­le willst du – nach­dem du sie erfah­ren und ver­stan­den hast – wei­ter­zie­hen las­sen? Wel­che Gefüh­le geben dir Kraft und Frie­den?

Stel­le dir dein Herz als Tem­pel vor und las­se dort Blu­men der Hoff­nung wach­sen, lade die Vögel ein, ein Lied der Lebens­freu­de dar­in zu sin­gen und las­se das Licht der Lie­be dein Herz hell erleuch­ten – bis in den hin­ters­ten Win­kel.

Berei­te den Tem­pel vor und öff­ne die Tore weit, auf dass das Glück der Weih-Nacht ein­zie­hen kann.

Ich wün­sche dir viel Freu­de mit der Advents­me­di­ta­ti­on und eine schö­ne, besinn­li­che Zeit,

moon­bird