Pflan­zen vor allem Bäu­me und ihre Erfor­schung ist die Lei­den­schaft von Hope Jah­ren. In Blatt­ge­flüs­ter erzählt die Natur­wis­sen­schaft­le­rin, Hope Jah­ren, von ihrem aben­teu­er­li­chen Leben, dass eng ver­bun­den ist mit dem Leben der Bäu­me.

Titel: Blatt­ge­flüs­ter – Die wun­der­ba­re Welt der Pflan­zen

Unter­ti­tel: Aus dem Leben einer lei­den­schaft­li­chen For­sche­rin

ISBN 978–3453280694

Autorin: Hope Jah­ren

Erschie­nen 2016 im Lud­wig Ver­lag.

Vie­len Dank an den Lud­wig Ver­lag für das Rezen­si­ons­ex­em­plar.

Blattgeflüster – Das steckt drin

Inhalt:

  • Pro­log
  • Wur­zeln und Blät­ter
  • Holz und Kno­ten
  • Blü­ten und Früch­te

Die­ses Inhalts­ver­zeich­nis klingt wie ein Sach­buch über Pflan­zen und Bäu­me. Dabei ste­cken dahin­ter ver­schie­de­ne Lebens­pha­sen der Autorin, die sie in Ver­bin­dung zum Lebens­zy­klus der Bäu­me bringt. Die 3 Abschnit­te sind in klei­ne­re Kapi­tel unter­teilt, so dass man sie auch in klei­ne­ren Ein­hei­ten lesen kann.

So ist Blatt­ge­flüs­ter eine Auto­bio­gra­phie, eine Aben­teu­er­rei­se, ein Ritt auf der Ach­ter­bahn und gleich­zei­tig ein Buch über Pflan­zen und ihre Geheim­nis­se.

Die Lie­be zu Pflan­zen beginnt in ihrer Kind­heit und so ist der Weg zur Natur­for­sche­rin für Hope Jah­ren schon früh vor­ge­zeich­net. Aller­dings ist es ein stei­ni­ger Weg, der viel Anstren­gung und Ein­satz erfor­dert. Der Erfolg fällt ihr nicht in den Schoss, son­dern sie muss immer wie­der um Aner­ken­nung und For­schungs­gel­der kämp­fen. Dabei arbei­tet sie uner­müd­lich mit vol­lem Ein­satz, geht über ihre Gren­zen hin­aus und wid­met ihr Leben ganz der Erfor­schung der Pflan­zen. Im Labor arbei­tet sie über vie­le Jah­re und an ver­schie­de­nen For­schungs­la­bo­ren eng mit ihrem Mit­ar­bei­ter und Freund Bill zusam­men.

Doch die Jah­re der uner­müd­li­chen Arbeit, Kampf um finan­zi­el­le Mit­tel for­dern ihren Tri­but. Hope Jah­ren lei­det unter Angst­stö­run­gen und Depres­sio­nen, die sie schließ­lich mit Medi­ka­men­ten in den Griff bekommt.

Pri­va­tes Glück fin­det sie in der Ehe mit einem Geo­wis­sen­schaft­ler. Heu­te lebt Hope Jah­ren mit ihrem Mann und Sohn auf Hawaii, wo sie an der Uni­ver­si­ty of Hawaii in Hono­lu­lu lehrt und ein eige­nes Labor hat.

Fazit: Blattgeflüster – Tiefgründig, abenteuerlich, voller Herz und Humor

Das Buch Blatt­ge­flüs­ter hät­te ich am liebs­ten in einem Zug durch­ge­le­sen, aber irgend­wann muss der Mensch ja auch schla­fen. Außer er heißt Hope Jah­ren, denn sie arbei­tet Tag und Nacht im Labor, geht mit Stu­den­ten oder ihrem Kol­le­gen Bill auf Exkur­sio­nen, reist zu Kon­fe­ren­zen oder schreibt wis­sen­schaft­li­che Arti­kel.

Mit Blatt­ge­flüs­ter hat sie ihre Auto­bio­gra­phie geschrie­ben und berich­tet offen über ihren Weg als Natur­for­sche­rin und ihre per­sön­li­che Ent­wick­lung. Dabei ver­schweigt sie auch nicht die beruf­li­chen Hin­der­nis­se und ihre per­sön­li­chen Pro­ble­me. Wer ein­mal die Bio­gra­phie von Hope Jah­ren liest, wird fest­stel­len, dass es einen Aspekt gibt, der in ihrem Buch kaum Erwäh­nung fin­det und das sind die Prei­se und offi­zi­el­len Aner­ken­nun­gen, die sie im Lau­fe der Jah­re erhal­ten hat. U.a. erhielt sie drei­mal einen Ful­bright Award und wur­de in 2016 vom Time Maga­zi­ne als eine der „100 ein­fluss­reichs­ten Per­so­nen“ genannt.

In ihrer Auto­bio­gra­phie flie­ßen ver­schie­de­ne Aspek­te oder Erzähl­strän­ge inein­an­der. Das ist der per­sön­li­che Weg von Hope Jah­ren und ihre beruf­li­che Ent­wick­lung. Die meis­te Zeit ver­bringt sie im Labor. Dabei erzählt sie ver­ständ­lich und detail­liert von ihrer Labor­ar­beit. Par­al­lel dazu beschreibt sie ihre For­schungs­vor­ha­ben und die wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se über Pflan­zen und Bäu­me.

Mit ihrem fes­seln­den Stil, ihrem Humor, der auch vor ihr selbst nicht halt macht, und der Art kom­pli­zier­te wis­sen­schaft­li­che Details ver­ständ­lich und unter­halt­sam zu beschrei­ben, ist Hope Jah­ren ein Buch gelun­gen, dass span­nend ist von der ers­ten bis zu letz­ten Sei­te.

Dabei leis­tet ein Buch wie Blatt­ge­flüs­ter einen Bei­trag Men­schen die For­schung der Natur­wis­sen­schaf­ten nahe zu brin­gen, weckt Inter­es­se an der Welt der Pflan­zen und Bäu­me und ermu­tigt jun­ge Men­schen (vor allem Frau­en) auf ihrem beruf­li­chen Weg.