ReiseführerDie Buch­preis­trä­ger der ITB Ber­lin (Inter­na­tio­na­le Mes­se für Rei­sen und Tou­ris­mus) sind aus­ge­wählt. Eine 8‑köpfige Jury hat Rei­se­füh­rer, Rei­se­be­rich­te, Bild­bän­de und ande­re Bücher zum The­ma Rei­sen und die wei­te Welt gesich­tet und für die ITB BuchA­wards 2015 gekürt.

Aus der Lis­te der Preis­trä­ger möch­te ich ein paar Titel vor­stel­len, die für Natur­freun­de inter­es­sant sind.

Reiseführer – Reihe „Zu Fuß entdecken“

Zu Fuß ent­de­cken“ ist das rich­ti­ge Mot­to für Wan­de­rer. Aller­dings han­delt es sich bei die­ser Rei­se­füh­rer –Rei­he von POLYGLOTT nicht um Wan­der­füh­rer in die Ber­ge. Hier geht es dar­um Städ­te zu Fuß zu ent­de­cken. Das ist sowohl für Natur­wan­de­rer, die es in die Stadt ver­schlägt, ein guter Ein­stieg und natür­lich für Städ­te­rei­sen­de, die mit dem Rei­se­füh­rer „Zu Fuß ent­de­cken …“ eine Alter­na­ti­ve zu Bus, U‑Bahn oder gar Auto haben. Und zu Fuß lässt sich eine Stadt viel direk­ter und inten­si­ver ent­de­cken als im schnel­len Vor­bei­fah­ren von einer Sehens­wür­dig­keit zur nächs­ten. Das lang­sa­me­re Tem­po und eben nicht in einem Fahr­zeug – wel­cher Art auch immer – zu ste­cken, gibt Gele­gen­heit zu Ent­de­ckun­gen am Weges­rand und ermög­licht Begeg­nun­gen mit Men­schen.

Jeder Band die­ser Rei­se­füh­rer –Rei­he beschreibt „Ken­ner-Tou­ren“, wobei die schöns­ten Sehens­wür­dig­kei­ten und neue attrak­ti­ve Orte besucht wer­den. Die Tou­ren sind ver­schie­de­nen lang vom Spa­zier­gang bis hin zum aus­ge­dehn­ten Rund­gang. Dazu gehö­ren auch Detail­kar­ten, damit Sie Ihren Weg durch die Stadt auch gut fin­den.

Sie fin­den in der Rei­he „Zu Fuß ent­de­cken“ Rei­se­füh­rer für deut­sche Groß­städ­te (Ber­lin, Mün­chen, Ham­burg …) und für inter­na­tio­na­le Metro­po­len (z.B. Ams­ter­dam, Lon­don, Paris, Prag, Rom …)

Die­se Rei­se­füh­rer sind bestimmt auch ein schö­nes Geschenk für Stadt­be­woh­ner und Rei­se­lus­ti­ge.
      

Reiseführer durch Naturlandschaften – Rother Wanderführer „Gerettete Landschaften“

Die Rother Wan­der­füh­rer habe ich schon frü­her emp­foh­len, z.B. den Band Tene­rif­fa.

Mit „Geret­te­te Land­schaf­ten“ bie­tet der Rother Ver­lag 40 Wan­der­tou­ren in Bay­ern zu Natur­land­schaf­ten, die ohne den Ein­satz von Natur­schüt­zern des Bund Natur­schutz heu­te nicht mehr exis­tie­ren wür­den.  So wäre z.B. die Wel­ten­bur­ger Enge (Natur­schutz­ge­biet am Donau­durch­bruch) durch Stau­stu­fen zer­stört wor­den, die Moor­land­schaft des Murnau­er Moos tro­cken­ge­legt und vie­le ande­re ein­ma­li­ge Natur­land­schaf­ten durch Bau­maß­nah­men unwie­der­bring­lich zer­stört wor­den.

Der Wan­der­füh­rer „Geret­te­te Land­schaf­ten“ beschreibt – wie bei den Rother Wan­der­füh­rern üblich – detail­liert 40 Wan­der­tou­ren zu geret­te­ten Natur­schät­zen mit Detail­kar­ten, Höhen­pro­fil und GPS-Daten. Dazu erfah­ren Sie noch die Geschich­te der jewei­li­gen Land­schaft. Hier fin­den Sie auch Wan­de­run­gen in Land­schaf­ten abseits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de.

Werkpreis Literatur an Galsan Tschinag

Der beson­de­re „Werk­preis Lite­ra­tur“ der ITB BuchA­wards ging die­ses Jahr an den mon­go­li­schen Schrift­stel­ler und bekann­ten Scha­ma­nen Galsan Tschi­nag, ins­be­son­de­re sei­ne Bücher „Gold und Staub“ – ein Roman über die uralte Lebens­wei­se der Tuwa zwi­schen Bewah­rung der Tra­di­ti­on, Pro­fit­gier und Umwelt­zer­stö­rung, der Titel “Der Mann, die Frau, das Schaf, das Kind” wie­der­um spielt im Flur eines Wohn­blocks und stellt die Schwie­rig­kei­ten und Absur­di­tä­ten des moder­nen Lebens dar, in dem Buch „Mein Altai“ erzählt der Autor Geschich­ten aus dem Leben sei­nes Vol­kes im Hohen Altai.

Galsan Tschi­nag ist ein bekann­ter deut­scher Autor. Er wur­de 1943 in der West­mon­go­lei gebo­ren und ist Stam­mes­ober­haupt und Scha­ma­ne des Vol­kes der Tuwa. In den 1960er Jah­ren stu­dier­te er Ger­ma­nis­tik in Deutsch­land. Vie­le sei­ner Bücher hat er in Deutsch ver­fasst. Galsan Tschi­nag hat meh­re­re Lite­ra­tur­prei­se gewon­nen und sein fes­seln­der Schreib­stil und spie­le­ri­scher Umgang mit der deut­schen Spra­che wer­den oft her­vor­ge­ho­ben. Sei­ne Bücher sind eine unter­halt­sa­me, anre­gen­de Lek­tü­re.

Das Kochbuch Mongolei „Königshuhn und Stutenmilch“

Die­se Rezep­te aus der Mon­go­lei sind auch für die euro­päi­sche Küche geeig­net mit Zuta­ten, die leicht erhält­lich sind.

Die Autorin, Ame­lie Schenk, die­ses Koch­buchs ist eine aus­ge­wie­se­ne Ken­ne­rin der Mon­go­lei und ver­bringt jedes Jahr meh­re­re Mona­te dort. Als Eth­no­lo­gin hat sie sich mit der Küche der Mon­go­lei beschäf­tigt. Vie­le mon­go­li­sche Gerich­te stam­men noch aus der Zeit Dschings Khan und wer­den noch heu­te wie schon im 13. Jahr­hun­dert zube­rei­tet. Das Leben und die Lebens­mit­tel der Noma­den haben sich nicht sehr ver­än­dert (Fleisch von Wei­de­tie­ren, Stu­ten­milch, Kräu­ter und Wild­pflan­zen). Obwohl die Ernäh­rung der Noma­den vie­le tie­ri­sche Fet­te und Eiwei­ße ent­hält, sind sie von den typi­schen Zivi­li­sa­ti­ons­krank­hei­ten weit­ge­hend ver­schont. Das kann u.a. an der hohen Qua­li­tät der Lebens­mit­tel als auch an der all­ge­mei­nen Lebens­wei­se lie­gen.

Das Koch­buch „Königs­huhn und Stu­ten­milch“ eig­net sich auch als Geschenk­buch nicht nur für Hob­by­kö­che.

Die Preis­ver­lei­hung der ITB BuchA­wards 2015 fin­det im Rah­men der ITB Ber­lin am 6. März, 16 Uhr, im Cine­ma im Mar­shall-Haus (Mes­se­ge­län­de Som­mer­gar­ten) statt.